Wann zeigte Michael Jackson den Moonwalk zum ersten Mal?
Michael Jackson zeigte den Moonwalk zum ersten Mal am 25. März 1983, bei der Aufzeichnung der Fernsehshow „Motown 25: Yesterday, Today, Forever" im Pasadena Civic Auditorium in Kalifornien, während seiner Darbietung von „Billie Jean". Für das breite Publikum sichtbar wurde der Auftritt allerdings erst später: Ausgestrahlt wurde die Sendung am 16. Mai 1983 auf NBC, rund sieben Wochen nach der Aufzeichnung.
Diese Trennung zwischen Aufnahme- und Sendetermin wird in vielen Nacherzählungen vermischt. Beide Daten sind jedoch unabhängig voneinander gut belegt: Die Aufzeichnung fand vor Studiopublikum im März statt, die TV-Premiere folgte erst im Mai, nachdem die Sendung fertig geschnitten und terminlich platziert worden war.
Michael Jackson zeigte den Moonwalk erstmals am 25. März 1983 bei der Fernsehsendung „Motown 25: Yesterday, Today, Forever" während seiner Darbietung von „Billie Jean". Der Schritt selbst war keine Erfindung Jacksons: Als „Backslide" existierte er bereits in der Street-Dance-Szene, unter anderem bei Jeffrey Daniel von der Gruppe Shalamar, der ihn Jackson zeigte. Jackson perfektionierte die Bewegung und verband sie mit seinem übrigen Bühnenvokabular. Der Auftritt wurde in den USA von einem Millionenpublikum gesehen und machte den Moonwalk innerhalb weniger Tage weltweit bekannt.
Was bei „Motown 25" geschah
„Motown 25: Yesterday, Today, Forever" war eine Jubiläumssendung zum 25-jährigen Bestehen des Plattenlabels Motown, aufgezeichnet vor Publikum im Pasadena Civic Auditorium. Jackson hatte zunächst abgesagt, weil er sich zu jener Zeit bereits häufig im Fernsehen sah; Motown-Gründer Berry Gordy überzeugte ihn nach übereinstimmenden Berichten persönlich zur Teilnahme.
Jackson trat zunächst gemeinsam mit seinen Brüdern als Jackson 5 auf, bevor er allein die Bühne betrat, um „Billie Jean" darzubieten – zu diesem Zeitpunkt seit Wochen an der Spitze der Billboard Hot 100 und der einzige Song des Abends, der nicht aus dem Motown-Katalog stammte. Gesungen wurde nicht live, sondern zur Studioaufnahme des Songs, was für Fernsehauftritte jener Zeit nicht unüblich war. Sein Auftritt in schwarzer Hose, weißen Socken, Pailletten-Jacke, Fedora und dem einzelnen, mit Strasssteinen besetzten Handschuh gilt bis heute als Bild, das untrennbar mit ihm verbunden ist. Gegen Ende des Songs löste er sich kurz von der übrigen Choreografie und zeigte erstmals öffentlich den Moonwalk.
Woher der Schritt stammt
Die Frage nach der Herkunft des Moonwalk lässt sich nicht mit einem einzigen Namen beantworten. Der Schritt entwickelte sich über Jahrzehnte in verschiedenen Bühnentraditionen, bevor er über die Street-Dance-Szene der späten 1970er-Jahre schließlich zu Jackson gelangte.
Der „Backslide" in der Street-Dance-Szene
Der Moonwalk existierte lange vor Jacksons Auftritt als Teil der Straßentanz- und Varieté-Kultur, wo er unter Namen wie „Backslide" bekannt war. Verwandte Bewegungen zeigten unter anderem der Tänzer Bill Bailey Mitte der 1950er-Jahre und Mimen wie Marcel Marceau, die die Illusion des Gehens gegen die eigentliche Bewegungsrichtung als Bühnentrick nutzten. In der US-amerikanischen Street- und Funk-Dance-Szene der späten 1970er-Jahre, etwa bei Auftritten in der Tanzshow „Soul Train", gehörte der Backslide fest zum Repertoire von Poppern und Tanzgruppen.
Wer ihn Jackson zeigte
Der Tänzer Jeffrey Daniel, Mitglied der Gruppe Shalamar, gehörte zu den bekanntesten Vertretern des Backslide und trat damit bereits Ende der 1970er-Jahre bei „Soul Train" auf. Jackson sah Daniel die Bewegung dort eigenen Angaben zufolge erstmals 1979. Um 1980 bat er ihn nach einer Live-Performance seiner Gruppe direkt um Unterricht. Daniel choreografierte in den folgenden Jahren mehrere Musikvideos Jacksons mit, darunter „Beat It" und „Smooth Criminal". Jackson selbst nannte in seiner Autobiografie zudem weitere Tänzer, die ihm verwandte Schrittfolgen zeigten, sowie den Tänzer Geron „Caszper" Canidate, der ihm 1981 gezielt Privatunterricht gab. Der Schritt hatte also mehrere Quellen, bevor Jackson ihn bei „Motown 25" einem Millionenpublikum präsentierte.
Was Jackson daraus machte
Jackson übernahm die Grundtechnik des Backslide, verfeinerte den Bewegungsablauf über mehrere Jahre und fügte ihn nahtlos in seine eigene Choreografie ein, kombiniert mit Drehungen, dem charakteristischen Zehenstand und der übrigen Körperspannung seines Bühnenstils. Erst durch diese Einbettung in eine durchgestaltete Performance bei „Motown 25" wurde aus einem in Tänzerkreisen bekannten Trick eine Bewegung, die weltweit unter dem neuen Namen „Moonwalk" bekannt wurde.
Wie der Moonwalk technisch funktioniert
Beim Moonwalk gleitet ein Fuß flach über den Boden nach hinten, während der andere sich auf den Fußballen hebt und kurzzeitig das Körpergewicht trägt. Im ständigen Wechsel zwischen beiden Beinen entsteht so die Illusion, die tanzende Person bewege sich nach vorne, während sie sich in Wirklichkeit rückwärts über die Bühne schiebt. Entscheidend sind ein geschmeidiger Gewichtswechsel, glatte Schuhsohlen beziehungsweise ein glatter Boden sowie eine ruhige, kontrollierte Oberkörperhaltung, die den eigentlichen Trick vor dem Publikum verbirgt. Die Grundtechnik lässt sich isoliert einüben, wirkt aber erst im Zusammenspiel mit Timing und Musik so, wie Jackson sie bei „Motown 25" zeigte.
Die Wirkung: Wie ein Fernsehmoment zum Markenzeichen wurde
Nach der Ausstrahlung am 16. Mai 1983 erreichte die Sendung nach Angaben aus Jacksons eigenen offiziellen Kanälen schätzungsweise 47 Millionen Zuschauer in den USA; für den konkreten Sendeplatz an diesem Abend wurden separat rund 33,9 Millionen Zuschauer erfasst. Der Auftritt wurde in den Tagen danach in Zeitungen und Fernsehsendungen wiederholt gezeigt und besprochen, unter anderem würdigte die „New York Times" die Performance ausdrücklich. Der Moonwalk wurde damit innerhalb kurzer Zeit zu einem der bekanntesten Bühnenmomente der US-Fernsehgeschichte und blieb untrennbar mit Jacksons Image verbunden – parallel zum Erfolg des Albums Thriller, das zu dieser Zeit die Charts anführte. Rückblickend gilt der Auftritt als einer der Momente, die zeigen, wie aus dem Künstler der King of Pop wurde.
Der Moonwalk in späteren Auftritten
Nach „Motown 25" wurde der Moonwalk zu einem festen Bestandteil von Jacksons Live-Auftritten und kehrte bei „Billie Jean" auf nahezu jeder späteren Tournee wieder, von der Victory Tour 1984 über die Bad World Tour und die Dangerous World Tour bis zur HIStory World Tour in den 1990er-Jahren. Auch bei Fernsehauftritten und Preisverleihungen griff Jackson die Bewegung in den folgenden Jahrzehnten immer wieder auf, meist eingebettet in dieselbe Grundchoreografie zu „Billie Jean", die er 1983 entwickelt hatte. Für viele Zuschauerinnen und Zuschauer, die die Ausstrahlung bei „Motown 25" selbst nicht miterlebt hatten, wurde der Moonwalk erst durch diese späteren Wiederholungen auf der Bühne endgültig zu dem Bild, das bis heute mit seinem Namen verbunden ist. 1983 im Zeitstrahl seines Lebens markiert damit einen Wendepunkt: den Übergang vom erfolgreichen Sänger zu einer weltweit erkennbaren Symbolfigur.
Häufige Fragen
Ist der Moonwalk eine Erfindung von Michael Jackson?
Nein. Der Schritt existierte als „Backslide" bereits vor Jacksons Auftritt in der Street-Dance- und Varieté-Szene, unter anderem bei Tänzern wie Bill Bailey oder Jeffrey Daniel. Jackson perfektionierte die Bewegung, integrierte sie in eine durchgestaltete Choreografie und machte sie durch seinen Auftritt bei „Motown 25" 1983 weltberühmt – erfunden hat er sie jedoch nicht.
Warum heißt der Schritt „Moonwalk" und nicht „Backslide"?
In der Tanzszene war die Bewegung vor 1983 vor allem als „Backslide" bekannt. Nach Jacksons Auftritt bei „Motown 25" setzte sich in Medien und Öffentlichkeit zunehmend die Bezeichnung „Moonwalk" durch, die den Eindruck eines schwerelosen Gleitens über den Boden treffender beschreibt. Beide Begriffe bezeichnen dieselbe Bewegung.
War die Gesangsperformance bei „Motown 25" live?
Nein, Jackson sang „Billie Jean" nicht live, sondern zur Studioaufnahme des Songs. Diese Vorgehensweise war bei Fernsehauftritten jener Zeit nicht unüblich und erlaubte es ihm, sich vollständig auf Choreografie und Bühnenpräsenz zu konzentrieren.
Wie viele Menschen sahen den Auftritt im Fernsehen?
Genaue Zahlen unterscheiden sich je nach Quelle und Bezugsgröße: Offizielle Angaben aus Jacksons eigenen Kanälen sprechen von geschätzt 47 Millionen Zuschauern in den USA insgesamt, während für den konkreten Ausstrahlungszeitraum separat rund 33,9 Millionen Zuschauer erfasst wurden. Beide Werte belegen ein für eine einzelne Fernsehsendung außergewöhnlich großes Publikum.
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