Die wichtigsten Fakten zu „Thriller"
„Thriller" ist Michael Jacksons sechstes Soloalbum. Es erschien am 30. November 1982 bei Epic Records, wurde von Quincy Jones produziert, enthält neun Titel mit einer Gesamtspielzeit von rund 42 Minuten und gilt bis heute als das meistverkaufte Album der Musikgeschichte.
| Merkmal | Angabe |
|---|---|
| Künstler | Michael Jackson |
| Veröffentlichung | 30. November 1982 |
| Label | Epic Records (USA), CBS Records (international) |
| Produzent | Quincy Jones (Co-Produktion: Michael Jackson) |
| Anzahl Titel | 9 |
| Gesamtspielzeit | ca. 42 Minuten |
| Anzahl Singles | 7 |
| Genre | Pop, R&B, Funk, Rock |
| Vorgängeralbum | „Off the Wall" (1979) |
| Nachfolgealbum | „Bad" (1987) |
„Thriller" erschien am 30. November 1982 bei Epic Records und war Michael Jacksons sechstes Soloalbum. Produzent war Quincy Jones, mit dem Jackson bereits „Off the Wall" aufgenommen hatte. Das Album enthält neun Titel, darunter „Billie Jean", „Beat It", „Wanna Be Startin' Somethin'" und den Titelsong „Thriller", zu dem John Landis 1983 einen knapp 14-minütigen Kurzfilm drehte. „Thriller" gilt als das meistverkaufte Album der Musikgeschichte und gewann bei den Grammy Awards 1984 acht Auszeichnungen.
Die Tracklist im Überblick
Das Album besteht aus neun Titeln, von denen sieben als Singles ausgekoppelt wurden. Die folgende Tabelle zeigt die Reihenfolge der US-amerikanischen Originalausgabe mit Songwriter(n) und Länge.
| Titel | Autor(en) | Länge |
|---|---|---|
| Wanna Be Startin' Somethin' | Michael Jackson | 6:02 |
| Baby Be Mine | Rod Temperton | 4:20 |
| The Girl Is Mine (mit Paul McCartney) | Michael Jackson | 3:42 |
| Thriller | Rod Temperton | 5:57 |
| Beat It | Michael Jackson | 4:19 |
| Billie Jean | Michael Jackson | 4:54 |
| Human Nature | Steve Porcaro, John Bettis | 4:05 |
| P.Y.T. (Pretty Young Thing) | James Ingram, Quincy Jones | 3:58 |
| The Lady in My Life | Rod Temperton | 4:59 |
Auffällig ist die Verteilung der Autorenschaft: Jackson selbst schrieb vier der neun Titel, darunter die beiden Nummer-eins-Singles „Billie Jean" und „Beat It". Der britische Songwriter Rod Temperton, der bereits an „Off the Wall" mitgewirkt hatte, steuerte mit „Thriller", „Baby Be Mine" und „The Lady in My Life" drei weitere Stücke bei. „Human Nature" stammte ursprünglich aus einer Zusammenarbeit des Toto-Keyboarders Steve Porcaro mit dem Songwriter John Bettis, „P.Y.T." schrieben Quincy Jones und James Ingram gemeinsam.
Wie das Album entstand
„Thriller" entstand zwischen April und November 1982 in den Westlake Recording Studios in Los Angeles, in enger, bereits eingespielter Zusammenarbeit zwischen Michael Jackson und Produzent Quincy Jones. Beide kannten sich aus der Arbeit an „Off the Wall" (1979) und bauten deren Erfolg mit einem noch größeren Budget und einem breiteren Team an Songwritern, Musikern und Toningenieuren aus.
Die Zusammenarbeit mit Quincy Jones
Quincy Jones fungierte als Gesamtproduzent des Albums und koordinierte ein Team erfahrener Studiomusiker, Arrangeure und Toningenieure, allen voran Bruce Swedien, der für den charakteristischen, klar durchhörbaren Klang des Albums mitverantwortlich war. Jones hatte bereits bei „Off the Wall" gezeigt, dass er Jacksons Gesangsstil mit Elementen aus Funk, Disco, Rock und Balladen verbinden konnte, und setzte dieses Konzept bei „Thriller" konsequent fort. Michael Jackson selbst war an mehreren Titeln als Co-Produzent beteiligt und brachte eigene Kompositionen wie „Billie Jean" und „Beat It" ein, für die er auf seinen Wunsch hin auch entscheidenden Einfluss auf Arrangement und Produktion nahm.
Die Rolle von Rod Temperton
Der britische Songwriter und ehemalige Heatwave-Keyboarder Rod Temperton war bereits an „Off the Wall" mit dem Titelsong beteiligt gewesen und lieferte für „Thriller" gleich drei Kompositionen: den Titelsong „Thriller", „Baby Be Mine" und „The Lady in My Life". Der Song „Thriller" hieß in einer frühen Fassung noch anders und wurde erst im Studio auf Vorschlag von Quincy Jones und Temperton in Richtung eines Horror-Themas umgeschrieben, ergänzt um die gesprochene Schlusspassage des Schauspielers Vincent Price.
Die Singles und ihre Chartplatzierungen
Aus „Thriller" wurden zwischen Oktober 1982 und November 1984 sieben Singles ausgekoppelt. In den USA erreichten „Billie Jean" und „Beat It" jeweils Platz eins der Billboard Hot 100, in Deutschland kamen beide Titel auf Platz zwei der offiziellen deutschen Singlecharts.
| Single | USA (Billboard Hot 100) | Deutschland (Offizielle Deutsche Charts) |
|---|---|---|
| The Girl Is Mine | #2 | #53 |
| Billie Jean | #1 | #2 |
| Beat It | #1 | #2 |
| Wanna Be Startin' Somethin' | #5 | #16 |
| Human Nature | #7 | #49 |
| P.Y.T. (Pretty Young Thing) | #10 | #51 |
| Thriller | #4 | #9 |
Damit platzierten sich alle sieben Singles in den US-Top-10 – ein bis dahin für ein einzelnes Album ungewöhnlicher Wert. In Deutschland fiel die Resonanz uneinheitlicher aus: Während „Billie Jean", „Beat It" und der Titelsong „Thriller" bis in die Top 10 vordrangen, blieben „Human Nature" und „P.Y.T." im unteren Mittelfeld der Charts. „Billie Jean" stand insgesamt 64 Wochen in den deutschen Charts, „Beat It" 48 Wochen.
Das Musikvideo zu „Thriller"
Das Musikvideo zum Titelsong „Thriller" ist kein klassischer Musikclip, sondern ein rund 14-minütiger Kurzfilm, den Regisseur John Landis 1983 inszenierte. Er kombiniert eine Rahmenhandlung mit Jackson als Werwolf und Zombie-Tänzer mit einer aufwendigen Choreografie und gilt als eines der einflussreichsten Musikvideos überhaupt.
Der Kurzfilm von John Landis
Für die Regie gewann Jackson John Landis, der zuvor unter anderem den Horrorfilm „American Werewolf in London" gedreht hatte. Das Video erzählt eine kleine Horrorgeschichte um ein Date im Kino, das in eine Zombie-Choreografie mündet, und endet mit einer gesprochenen Passage des Schauspielers Vincent Price. Die Produktionskosten lagen deutlich über dem Budget üblicher Musikvideos jener Zeit; ein Teil der Finanzierung kam über den Sender Showtime zustande, der im Gegenzug exklusive Ausstrahlungsrechte erhielt. Choreograf Michael Peters entwickelte gemeinsam mit Jackson die inzwischen legendäre Zombie-Tanzszene.
Warum MTV das Video veränderte
MTV hatte in seinen ersten Jahren so gut wie keine Videos schwarzer Künstler ins Programm genommen; erst der Erfolg von „Billie Jean" Anfang 1983 – nach Berichten begleitet von deutlichem Druck des damaligen CBS-Records-Chefs Walter Yetnikoff – durchbrach diese informelle Praxis und öffnete den Sender für Jacksons Videos. Für den „Thriller"-Kurzfilm änderte MTV zusätzlich seine übliche Finanzierungspraxis: Der Sender beteiligte sich, anders als sonst üblich, an den Produktionskosten und behandelte das Video wie einen eigenständigen Kurzfilm statt wie einen gewöhnlichen Clip. Begleitend entstand die Dokumentation „Making Michael Jackson's Thriller", die als eigenständige Videokassette veröffentlicht wurde und sich millionenfach verkaufte.
Verkaufszahlen und Auszeichnungen
„Thriller" gilt nach Angaben von Guinness World Records als das meistverkaufte Album der Musikgeschichte. Genaue weltweite Stückzahlen schwanken je nach Quelle erheblich, weshalb sich hier keine seriöse Einzelzahl nennen lässt; belastbar belegt ist dagegen die US-Zertifizierung: Die RIAA stufte das Album mit Stand 20. August 2021 als 34-fach-Platin ein, was 34 Millionen verkauften beziehungsweise ausgelieferten Einheiten allein in den USA entspricht.
Bei den Grammy Awards 1984 erhielt Michael Jackson insgesamt acht Auszeichnungen, davon sieben unmittelbar für „Thriller" und seine Songs, unter anderem in den Kategorien Album des Jahres, Bester Pop-Gesang (männlich) für den Titelsong sowie Bestes Videoalbum für „Making Michael Jackson's Thriller". Die achte Auszeichnung des Abends ging an ein anderes Projekt Jacksons. Zusätzlich gewann das Album acht American Music Awards.
Warum „Thriller" bis heute Maßstab ist
„Thriller" gilt bis heute als Maßstab, weil es mehrere Entwicklungen gleichzeitig vorantrieb, die die Popmusik seither prägen: die konsequente Vermarktung eines Albums über eine ganze Serie von Singles samt eigens produzierten Videos, die Etablierung des Musikvideos als eigenständige künstlerische Form jenseits reiner Werbung sowie die Öffnung von MTV für schwarze Künstler. Hinzu kommt die musikalische Bandbreite des Albums, das Popballaden, Funk, Rock-Elemente und Horror-Ästhetik unter einem Dach vereint, ohne dabei stilistisch beliebig zu wirken. Diese Kombination aus kommerziellem Erfolg, technischer Produktionsqualität und kulturellem Einfluss erklärt, warum „Thriller" mehr als vier Jahrzehnte später weiterhin als Referenzpunkt für Popalben dient. Ein weiterer Bühnenmoment aus derselben Zeit ist der Moonwalk zu Billie Jean, den Jackson im Frühjahr 1983 während der Hochphase des Albumerfolgs erstmals im Fernsehen zeigte. Einen Überblick über diese Zeit bieten die Jahre 1982 bis 1984 im Zeitstrahl von Jacksons Leben.
Häufige Fragen
Wie viele Songs hat das Album „Thriller"?
Das Album „Thriller" enthält neun Titel mit einer Gesamtspielzeit von rund 42 Minuten. Sieben dieser neun Titel wurden zwischen 1982 und 1984 als Singles veröffentlicht, darunter „Billie Jean", „Beat It" und der Titelsong „Thriller". Nur „Baby Be Mine" und „The Lady in My Life" blieben reine Albumtitel ohne eigene Singleauskopplung.
Wer produzierte „Thriller"?
Produzent des Albums war Quincy Jones, der bereits Jacksons Vorgängeralbum „Off the Wall" produziert hatte. Michael Jackson selbst wirkte bei mehreren Titeln als Co-Produzent mit, insbesondere bei den von ihm selbst geschriebenen Songs „Billie Jean" und „Beat It". Toningenieur Bruce Swedien prägte zusätzlich den charakteristischen Klang der Produktion.
Wie lang ist der Kurzfilm zu „Thriller"?
Der von John Landis inszenierte Kurzfilm zum Titelsong „Thriller" dauert knapp 14 Minuten und ist damit deutlich länger als ein klassisches Musikvideo jener Zeit. Er kombiniert eine kurze Horror-Rahmenhandlung mit einer aufwendigen Tanzchoreografie und einer gesprochenen Schlusspassage des Schauspielers Vincent Price.
Ist „Thriller" wirklich das meistverkaufte Album aller Zeiten?
Guinness World Records führt „Thriller" als meistverkauftes Album der Musikgeschichte. Eine exakte weltweite Gesamtzahl lässt sich seriös nicht angeben, da Quellen hier stark voneinander abweichen. Verlässlich dokumentiert ist dagegen die US-Zertifizierung durch die RIAA: 34-fach-Platin mit Stand August 2021, entsprechend 34 Millionen Einheiten allein in den USA.
Wie viele Grammys gewann „Thriller"?
Michael Jackson gewann bei den Grammy Awards 1984 insgesamt acht Auszeichnungen an einem Abend, von denen sieben direkt auf „Thriller" und seine Songs entfielen, darunter Album des Jahres. Damit zählt der Abend bis heute zu den erfolgreichsten Grammy-Auftritten eines einzelnen Künstlers in der Geschichte der Auszeichnung.
Zum Weiterlesen: „King of Pop" von Christian Marks ist die weltweit einzige Michael-Jackson-Biografie, die Michael Jackson selbst autorisiert hat. Sie umfasst 388 Seiten und rund 400 Fotografien, die er persönlich aus seinem Privatarchiv ausgewählt hat. Erschienen im Verlag X-Medien Ltd., Berlin. → die autorisierte Biografie mit rund 400 privaten Fotos