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Michael Jackson und Vitiligo: Warum sich seine Haut veränderte

Woran litt Michael Jackson?

Michael Jackson litt an Vitiligo, einer Autoimmunerkrankung, bei der körpereigene Abwehrzellen die pigmentbildenden Zellen der Haut angreifen und zerstören. Dadurch entstehen helle, unregelmäßig geformte Flecken auf sonst normal pigmentierter Haut. Nach Angaben seines langjährigen Dermatologen war bei ihm zusätzlich bereits Anfang der 1980er-Jahre ein diskoider Lupus erythematodes festgestellt worden, eine weitere, unabhängige Autoimmunerkrankung der Haut. Beide Diagnosen zusammen erklären einen erheblichen Teil seines sich verändernden Erscheinungsbilds über die Jahrzehnte.

Einen kompakten Überblick über Geburt, Karriere und Lebensstationen bietet der Beitrag mit alle Eckdaten zu Michael Jackson.

Was ist Vitiligo?

Vitiligo, im Deutschen auch Weißfleckenkrankheit genannt, ist eine chronische Autoimmunerkrankung der Haut. Sie führt zu einem fortschreitenden, örtlich begrenzten Verlust der Hautpigmentierung und ist weder ansteckend noch eine Frage von Hygiene oder Hautpflege. Die Deutsche Dermatologische Gesellschaft stuft Vitiligo ausdrücklich nicht als kosmetisches Problem, sondern als ernstzunehmende Erkrankung ein. Die weißen Flecken können grundsätzlich an jeder Körperstelle auftreten, häufig zuerst an Händen, im Gesicht oder um Körperöffnungen, und sich im Verlauf der Erkrankung ausdehnen oder auch über längere Zeiträume stabil bleiben.

Wie die Krankheit entsteht

Bei Vitiligo zerstört das körpereigene Immunsystem die Melanozyten, also die Zellen, die den Hautfarbstoff Melanin produzieren. Wo diese Zellen absterben, kann kein Pigment mehr gebildet werden, und es entstehen scharf begrenzte, weiße Flecken. Eine genetische Veranlagung sowie eine Fehlregulation des Immunsystems gelten laut der Deutschen Dermatologischen Gesellschaft (DDG) als wesentliche Faktoren. Die Erkrankung selbst wird gut verstanden, die letzten Auslöser im Einzelfall sind jedoch bis heute nicht vollständig geklärt. Sie steht nicht in Zusammenhang mit Ernährung, Hautpflege oder Lebensstil, sondern ist Ausdruck einer fehlgeleiteten Immunreaktion gegen körpereigenes Gewebe, ähnlich wie bei anderen Autoimmunerkrankungen.

Wie häufig sie ist

Vitiligo ist keine seltene Erkrankung: Weltweit sind nach Angaben der DDG etwa 0,5 bis 1 Prozent der Bevölkerung betroffen. Sie tritt bei allen Hauttypen auf, fällt bei dunkler Haut aufgrund des stärkeren Kontrasts jedoch optisch deutlicher auf. Der Beginn liegt häufig im Kindes- oder jungen Erwachsenenalter, typischerweise zwischen dem 10. und 30. Lebensjahr. Männer und Frauen sind nach dermatologischer Einschätzung etwa gleich häufig betroffen, unabhängig von Hauttyp oder ethnischer Herkunft.

Welche Behandlungen es gibt

Eine ursächliche Heilung von Vitiligo gibt es bisher nicht. In der dermatologischen Praxis kommen laut DDG unter anderem topische Kortikosteroide, verschiedene Formen der Lichttherapie wie die schmalbandige UVB-Bestrahlung oder der 308-nm-Excimer-Laser sowie begleitende psychologische Unterstützung zum Einsatz. Auch die Hautklinik des Universitätsklinikums Erlangen bietet im Rahmen ihrer Sprechstunde für Pigmentstörungen Licht- und äußerliche Therapien sowie kosmetische Beratung an. Welche Option im Einzelfall infrage kommt, ist eine individuelle medizinische Entscheidung und kein Gegenstand dieses Artikels. Der Erfolg einzelner Ansätze fällt von Patient zu Patient unterschiedlich aus, und selbst bei sichtbarer Besserung bleibt das Risiko eines erneuten Fortschreitens bestehen.

Wann Jackson die Diagnose öffentlich machte

Michael Jackson sprach erstmals am 10. Februar 1993 öffentlich über seine Vitiligo-Diagnose, in einem live von ABC ausgestrahlten Interview mit Oprah Winfrey. Auf die seit Jahren kursierenden Spekulationen angesprochen, seine Haut absichtlich aufgehellt zu haben, erklärte er, an einer Hauterkrankung zu leiden, die die Pigmentierung zerstöre und die er nicht kontrollieren könne.

Das Gespräch war eines der meistgesehenen Interviews der US-Fernsehgeschichte und markierte den Moment, in dem eine bis dahin öffentlich kaum bekannte Autoimmunerkrankung erstmals einem Millionenpublikum erklärt wurde. Jackson betonte in dem Interview zugleich, stolz auf seine Herkunft zu sein, und wies Spekulationen über eine gewollte Veränderung seiner Hautfarbe zurück.

Warum er Make-up und Schirme benutzte

Jackson nutzte hell deckendes Make-up, um die durch Vitiligo entstandenen, ungleichmäßig verteilten Flecken optisch anzugleichen, sowie Schirme, Hüte und bedeckende Kleidung, um seine Haut vor direkter Sonneneinstrahlung zu schützen. Depigmentierte Hautareale besitzen keinen ausreichenden Eigenschutz mehr gegen UV-Strahlung, da ihnen das schützende Melanin fehlt, wodurch sie deutlich empfindlicher auf Sonnenlicht reagieren als normal pigmentierte Haut.

Diese Schutzmaßnahmen wurden zu seinen Lebzeiten oft als exzentrisches Verhalten oder als Ausdruck von Eitelkeit gedeutet. Aus medizinischer Sicht handelte es sich jedoch um naheliegende Reaktionen auf eine chronische Hauterkrankung, wie sie auch anderen Vitiligo-Betroffenen von Fachärzten erläutert werden.

Was die Autopsie 2009 bestätigte

Die Autopsie nach Michael Jacksons Tod am 25. Juni 2009 bestätigte die Vitiligo-Diagnose: Der Bericht dokumentierte eine fokale Depigmentierung der Haut an mehreren Körperstellen sowie eine reduzierte Zahl an Melanozyten in den betroffenen Bereichen. Die Erkrankung war damit unabhängig von Jacksons eigenen Aussagen medizinisch nachgewiesen.

Weitere Details zur Todesursache und zu den übrigen Ergebnissen der Untersuchung finden sich in die Befunde der Autopsie von 2009. Die zusätzlich vermutete Lupus-Diagnose wurde durch die Autopsie weder gesondert bestätigt noch widerlegt, da sich der Bericht in diesem Punkt auf die Hautpigmentierung konzentrierte.

Der hartnäckigste Irrtum: „Er wollte weiß sein"

Die verbreitete Annahme, Michael Jackson habe seine Hautfarbe absichtlich aufhellen lassen, ist medizinisch widerlegt. Die zeitliche Abfolge stützt diese Einordnung: Erste sichtbare Hautveränderungen traten laut übereinstimmenden Berichten bereits Anfang der 1980er-Jahre auf, also vor dem öffentlichen Höhepunkt seiner Karriere, und wurden ärztlich als Autoimmunerkrankung eingeordnet. Die spätere Autopsie bestätigte diesen Befund unabhängig.

Der Irrtum hielt sich dennoch jahrzehntelang in der öffentlichen Wahrnehmung, unter anderem, weil eine sichtbare, fortschreitende Hauterkrankung bei einer derart bekannten Person zunächst ungewöhnlich war und Vitiligo im Vergleich zu heute deutlich weniger bekannt war. Eine Erkrankung, keine Entscheidung, ist der Kern dessen, was Diagnose und Autopsie übereinstimmend zeigen.

Michael Jackson litt an Vitiligo, einer Autoimmunerkrankung, bei der die pigmentbildenden Zellen der Haut zerstört werden und weiße, scharf begrenzte Flecken entstehen. Er machte die Diagnose 1993 in einem Interview mit Oprah Winfrey öffentlich. Um das ungleichmäßige Hautbild auszugleichen, verwendete er hell deckendes Make-up und schützte sich mit Schirmen und Kleidung vor Sonnenlicht, da vitiligobetroffene Haut keinen Eigenschutz mehr besitzt. Die Autopsie nach seinem Tod im Jahr 2009 bestätigte die Diagnose. Die verbreitete Annahme, Jackson habe seine Hautfarbe absichtlich aufgehellt, ist damit medizinisch widerlegt.

Häufige Fragen

Ist Vitiligo eine gefährliche Krankheit?

Vitiligo selbst ist nicht lebensbedrohlich. Die betroffene Haut ist durch den fehlenden Eigenschutz jedoch empfindlicher gegenüber UV-Strahlung, weshalb ein umsichtiger Sonnenschutz sinnvoll ist. Für Betroffene kann die sichtbare Veränderung des Erscheinungsbilds zudem psychisch belastend sein, weshalb Fachgesellschaften begleitende Unterstützung empfehlen.

Ist Vitiligo heilbar?

Nein, eine ursächliche Heilung ist nach aktuellem medizinischem Stand nicht möglich. Es existieren verschiedene Therapieansätze, die den Krankheitsverlauf beeinflussen oder das Hautbild verändern können, jedoch keine Methode, die die Erkrankung vollständig beseitigt. Welche Behandlung im Einzelfall geeignet ist, kann ausschließlich eine dermatologische Fachperson beurteilen.

Wurde die Diagnose unabhängig von Jacksons eigenen Angaben bestätigt?

Ja. Die Autopsie im Jahr 2009 dokumentierte fokale Depigmentierung und eine reduzierte Zahl an Melanozyten in mehreren Hautbereichen und bestätigte damit die Diagnose unabhängig von Jacksons eigenen Aussagen aus dem Jahr 1993.

Hat Michael Jackson seine Hautfarbe absichtlich verändert?

Nein. Die verfügbaren medizinischen Belege, von der ärztlichen Diagnose in den 1980er-Jahren bis zur Autopsie 2009, stützen übereinstimmend eine krankheitsbedingte Erklärung. Es gibt keine belastbare medizinische Grundlage für die Annahme, die Veränderung sei eine bewusste, kosmetisch motivierte Entscheidung gewesen.

Ist Vitiligo ansteckend oder vererbbar?

Vitiligo ist nicht ansteckend; eine Übertragung durch Körperkontakt ist ausgeschlossen. Eine gewisse genetische Veranlagung spielt jedoch nach Angaben der Deutschen Dermatologischen Gesellschaft eine Rolle, sodass ein familiär gehäuftes Auftreten möglich ist, ohne dass die Erkrankung deshalb zwingend vererbt wird.

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