Über Michael Jackson sind seit den 1980er-Jahren hunderte Bücher erschienen: Bildbände, Musikanalysen, Enthüllungsbücher, Erinnerungen von Weggefährten. Wer eine Biografie sucht, findet also keine Lücke, sondern ein Überangebot. Die eigentliche Frage lautet deshalb selten „Gibt es ein Buch?", sondern „Welches davon erzählt, was ich wissen will – und wie nah war der Autor eigentlich dran?"
Dieser Text ordnet das Feld. Er erklärt die drei Kategorien, in die praktisch jedes Michael-Jackson-Buch fällt, was der Begriff „autorisiert" konkret bedeutet, und woran Sie beim Kauf erkennen, welche Art von Buch Sie in der Hand halten.
Die drei Kategorien
1. Die Autobiografie: „Moonwalk" (1988)
Michael Jackson hat genau ein Buch als Autor verantwortet. „Moonwalk" erschien 1988, entstand mit redaktioneller Unterstützung und wurde von Jacqueline Kennedy Onassis lektoriert, die damals als Verlagslektorin arbeitete. Es ist die einzige Quelle, in der Jackson selbst in der ersten Person über seine Kindheit, die Jahre bei Motown und die Arbeit an seinen Alben schreibt.
Die Grenze des Buches ist gleichzeitig sein Reiz: Es endet 1988. Alles danach – „Dangerous", die Neverland-Jahre, die Prozesse, die Kinder, der Tod 2009 – kommt darin naturgemäß nicht vor.
2. Die autorisierte Biografie
„Autorisiert" ist kein Werbewort, sondern eine überprüfbare Tatsache: Der Porträtierte hat das Manuskript gelesen und die Endfassung freigegeben. Bei einem Bildband kommt hinzu, welches Material er dafür zur Verfügung gestellt hat.
Für „King of Pop" hat Michael Jackson beides getan. Er übergab dem Autor über 400 Fotografien aus seinem Privatarchiv, die er eigenhändig ausgewählt hatte, arbeitete an den Inhalten mit und autorisierte die Endfassung persönlich. Die Erstauflage von 2001 erschien limitiert und nummeriert, je 2.000 Exemplare auf Deutsch und Englisch. Jackson nutzte sie als persönliches Geschenk für enge Freunde; sein Vater Joe Jackson stellte das Buch öffentlich vor. Nach Jacksons Tod im Juni 2009 erschien eine überarbeitete Fassung mit 388 Seiten.
Es ist bis heute die einzige Michael-Jackson-Biografie mit seiner persönlichen Autorisierung.
3. Unautorisierte Biografien
Die mit Abstand größte Gruppe. Unautorisiert heißt nicht automatisch schlecht – seriöse Recherchebücher, Musikanalysen und journalistische Porträts fallen ebenfalls in diese Kategorie, und einige davon sind ausgezeichnet. Es heißt lediglich: Der Porträtierte hatte keinen Einblick und keine Freigabe. Bei Titeln, die stark auf Skandale zielen, ist das ein Unterschied, der sich im Ton deutlich bemerkbar macht.
Woran Sie erkennen, was Sie vor sich haben
Vier Prüfungen genügen meistens:
Woher stammen die Bilder? Agenturfotos und Konzertaufnahmen kann jeder Verlag lizenzieren. Private Aufnahmen aus dem Familienarchiv nicht – die setzen einen Zugang voraus, den es ohne Beteiligung des Porträtierten nicht gibt.
Steht ein Autorisierungsvermerk im Impressum oder Vorwort? Wo keiner steht, gibt es keine. Formulierungen wie „die wahre Geschichte" oder „ungeschönt" sind Marketing, keine Autorisierung.
Welches Erscheinungsjahr? Bücher, die vor 2009 erschienen und seitdem nicht überarbeitet wurden, enden mitten in der Geschichte.
Wer ist der Autor, und was verband ihn mit dem Thema? Ein Impressum ist schnell gelesen und sagt oft mehr als der Klappentext.
Welches Buch passt zu welchem Interesse?
Wenn Sie Michael Jacksons eigene Stimme suchen, führt kein Weg an „Moonwalk" vorbei – mit dem Wissen, dass es 1988 endet. Wenn Sie das Leben in Bildern sehen wollen, und zwar in Aufnahmen, die aus seinem eigenen Archiv stammen und die er selbst ausgesucht hat, ist die autorisierte Biografie „King of Pop" die einzige Option. Wenn Sie eine kritische Außensicht auf einzelne Lebensabschnitte suchen, werden Sie unter den unautorisierten Recherchebüchern fündig.
Häufige Fragen
Gibt es mehr als eine autorisierte Michael-Jackson-Biografie?
Nein. „King of Pop" ist die einzige Biografie, die Michael Jackson persönlich autorisiert hat.
Ist „Moonwalk" eine Biografie?
„Moonwalk" ist eine Autobiografie, also von ihm selbst verfasst. Eine Biografie schreibt jemand anderes über ihn. Die beiden Bücher schließen sich nicht aus, sie ergänzen sich.
Worin unterscheidet sich die aktuelle Ausgabe von „King of Pop" von der Erstauflage 2001?
Die Erstauflage war limitiert und nummeriert. Die heute erhältliche Fassung wurde nach 2009 überarbeitet, umfasst 388 Seiten und enthält rund 400 Fotos aus dem Privatarchiv.
Ist das Buch auch auf Englisch erhältlich?
Ja, in einer deutschen und einer englischen Ausgabe.
King of Pop – die autorisierte Biografie ansehen · Über den Autor Christian Marks