Michael Jackson veröffentlichte zu Lebzeiten zehn Solo-Studioalben: vier bei Motown zwischen 1972 und 1975, sechs bei Epic Records zwischen 1979 und 2001. Dazu kommen zwei posthume Alben mit zuvor unveröffentlichtem Material sowie die Alben, die er als Kind und Jugendlicher mit den Jackson 5 und später mit The Jacksons aufnahm. Diese Übersicht ordnet alle Veröffentlichungen chronologisch und erklärt, warum verschiedene Quellen zu verschiedenen Gesamtzahlen kommen.
Alle Solo-Studioalben in Reihenfolge
Die folgende Tabelle listet die zehn Solo-Studioalben, die Michael Jackson zu Lebzeiten veröffentlicht hat, in der Reihenfolge ihres Erscheinens.
| Nr. | Album | Jahr | Label | Einordnung |
|---|---|---|---|---|
| 1 | Got to Be There | 1972 | Motown | Solodebüt, erschienen am 24. Januar 1972, während er weiterhin bei den Jackson 5 sang |
| 2 | Ben | 1972 | Motown | 4. August 1972; der Titelsong aus dem gleichnamigen Film wurde im Oktober 1972 sein erster Solo-Nummer-eins-Hit in den USA |
| 3 | Music & Me | 1973 | Motown | 13. April 1973; drittes Soloalbum der Motown-Zeit |
| 4 | Forever, Michael | 1975 | Motown | 16. Januar 1975; letztes Soloalbum bei Motown vor dem Wechsel der Familie zu CBS/Epic |
| 5 | Off the Wall | 1979 | Epic | 10. August 1979; erstes Album bei Epic und erste Zusammenarbeit mit Produzent Quincy Jones |
| 6 | Thriller | 1982 | Epic | 30. November 1982; gilt laut Guinness World Records als meistverkauftes Album der Musikgeschichte |
| 7 | Bad | 1987 | Epic | 31. August 1987; erstes Album überhaupt mit fünf Nummer-eins-Singles in der Billboard Hot 100 |
| 8 | Dangerous | 1991 | Epic | November 1991; erstes Album ohne Quincy Jones, produziert unter anderem mit Teddy Riley |
| 9 | HIStory: Past, Present and Future, Book I | 1995 | Epic / MJJ Productions | 20. Juni 1995; Doppelalbum aus einer Hit-Zusammenstellung (HIStory Begins) und neuem Studiomaterial (HIStory Continues) |
| 10 | Invincible | 2001 | Epic | 30. Oktober 2001; letztes zu Lebzeiten veröffentlichtes Studioalbum |
Wie viele Alben hat Michael Jackson?
Als Solokünstler veröffentlichte Michael Jackson zu Lebzeiten zehn Studioalben, von 1972 bis 2001. Hinzu kommen zwei posthume Alben mit unveröffentlichtem Material, ein Remixalbum von 1997 sowie 15 Studioalben mit den Jackson 5 und The Jacksons. Wer alle Kompilationen und Soundtracks mitzählt, kommt auf deutlich höhere Zahlen.
Zehn ist deshalb die belastbarste Antwort: Sie umfasst genau die Werke, die zu Lebzeiten als reguläre Studioalben unter seinem Namen erschienen sind. Alles darüber hinaus ist eine Frage der Definition.
Welches war Michael Jacksons erstes Album?
Sein erstes Soloalbum war „Got to Be There“, erschienen am 24. Januar 1972 bei Motown. Jackson war damals 13 Jahre alt und weiterhin Leadsänger der Jackson 5. Sein allererstes Album überhaupt erschien jedoch schon 1969 mit der Gruppe: „Diana Ross Presents The Jackson 5“.
Diese Doppelrolle war für ihn über Jahre normal. Motown ließ ihn parallel als Solokünstler und als Bandmitglied aufnehmen, weshalb sich die frühen Solo- und Gruppenalben zeitlich überlappen. Wie diese Anfänge in Gary, Indiana, aussahen, beschreibt der Beitrag über die Jackson 5 und Michael Jacksons Anfänge.
Welches war Michael Jacksons letztes Album?
Das letzte zu Lebzeiten veröffentlichte Studioalbum ist „Invincible“, erschienen am 30. Oktober 2001 bei Epic Records. Die jüngste Veröffentlichung mit zuvor unveröffentlichtem Material ist das posthume Album „Xscape“ vom 9. Mai 2014. Seither erschienen nur noch Kompilationen, Jubiläumsausgaben und Soundtracks.
Dazu zählt „Michael: Songs from the Motion Picture“, erschienen am 24. April 2026 zum Kinostart des Biopics: 13 bereits bekannte Aufnahmen aus allen Karrierephasen, also ein Soundtrack, kein Studioalbum. Was der Film zeigt, ordnet der Beitrag zum Biopic „Michael“ (2026) ein.
Die Motown-Jahre 1972 bis 1975
Zwischen 1972 und 1975 erschienen vier Soloalben bei Motown: „Got to Be There“, „Ben“, „Music & Me“ und „Forever, Michael“. Alle vier entstanden, während Jackson noch Mitglied der Jackson 5 war, und wurden weitgehend von Motown-Hausproduzenten gestaltet. Der größte Einzelerfolg dieser Phase war der Titelsong „Ben“.
Mit „Forever, Michael“ endete im Januar 1975 die Motown-Solophase. Kurz darauf verließen die Brüder das Label und wechselten zu CBS/Epic. Weil Motown die Namensrechte behielt, traten sie fortan als The Jacksons auf. Motown wertete das Archivmaterial später weiter aus, etwa mit „Farewell My Summer Love“ (1984), einer Zusammenstellung von 1973 entstandenen Aufnahmen, die neu instrumentiert wurden.
Die Epic-Jahre 1979 bis 2001
Bei Epic Records erschienen sechs Studioalben: „Off the Wall“ (1979), „Thriller“ (1982), „Bad“ (1987), „Dangerous“ (1991), „HIStory“ (1995) und „Invincible“ (2001). Die ersten drei entstanden mit Produzent Quincy Jones, ab „Dangerous“ arbeitete Jackson mit wechselnden Produzenten, darunter Teddy Riley, Bill Bottrell und Rodney Jerkins.
„Thriller“ ist der Bezugspunkt dieser Phase; Entstehung, Tracklist und Chartverlauf behandelt der eigene Beitrag zum Album „Thriller“. Welche Verkaufszahlen für diese Alben tatsächlich belegt sind und welche nur geschätzt werden, klärt der Beitrag zu Verkaufszahlen und Rekorden. Eine Sonderstellung hat „Blood on the Dance Floor: HIStory in the Mix“ (1997): acht Remixe von „HIStory“-Titeln plus fünf neue Songs, üblicherweise als Remixalbum geführt.
Alben mit den Jackson 5 und The Jacksons
Neben seinen Soloalben wirkte Michael Jackson an 15 Studioalben der Familienband mit: an zehn Motown-Alben der Jackson 5 zwischen 1969 und 1975 und an fünf Epic-Alben der Jacksons zwischen 1976 und 1984. Am 16. und letzten Gruppenalbum „2300 Jackson Street“ (1989) war er nicht mehr beteiligt.
| Phase | Zeitraum | Label | Einordnung |
|---|---|---|---|
| Jackson 5 | 1969–1975 | Motown | Zehn Studioalben, von „Diana Ross Presents The Jackson 5“ (1969) bis „Moving Violation“ (1975), einschließlich des Weihnachtsalbums von 1970 |
| The Jacksons | 1976–1984 | Epic | Fünf Studioalben mit Michael Jackson, von „The Jacksons“ (1976) bis „Victory“ (1984) |
| The Jacksons ohne Michael | 1989 | Epic | „2300 Jackson Street“ – Michael Jackson hatte die Gruppe nach der Victory Tour 1984 verlassen |
Posthume Veröffentlichungen
Nach Jacksons Tod im Juni 2009 erschienen zwei Alben mit zuvor unveröffentlichtem Material: „Michael“ am 10. Dezember 2010 und „Xscape“ am 9. Mai 2014, beide bei Epic Records. Beide bestehen aus Aufnahmen, die zu Lebzeiten nicht fertiggestellt oder veröffentlicht wurden und nachträglich produziert worden sind.
„Michael“ ist bis heute umstritten. Bei drei Titeln – „Breaking News“, „Keep Your Head Up“ und „Monster“ – bezweifelten Familienmitglieder öffentlich, dass Jackson selbst der Sänger ist. Am 29. Juni 2022 teilten der Nachlass und Sony Music mit, diese drei Titel von den Streamingdiensten zu nehmen; eine Neuauflage der CD im September 2022 enthält sie ebenfalls nicht. „Xscape“ dagegen wurde von L.A. Reid kuratiert und von Timbaland und weiteren Produzenten aus acht Demoaufnahmen der Jahre 1980 bis 1999 gestaltet.
Nicht dazu zählt „Michael Jackson's This Is It“ vom Oktober 2009: ein Doppelalbum aus überwiegend bekannten Aufnahmen, ergänzt um einige Demoversionen und zwei Fassungen des Titelstücks.
Warum die Zählweisen auseinandergehen
Unterschiedliche Quellen nennen zwischen zehn und über zwanzig „Michael-Jackson-Alben“. Die Abweichungen entstehen an vier Stellen: bei den Motown-Alben, bei „HIStory“, bei Soundtracks und Remixalben sowie bei den posthumen Veröffentlichungen. Wer die Kriterien kennt, kann jede Zahl einordnen.
- Motown-Ära: Die vier frühen Soloalben entstanden parallel zur Bandarbeit. Manche Übersichten führen sie als vollwertige Studioalben, andere behandeln sie als Nebenprodukt der Jackson-5-Jahre.
- HIStory: Das Doppelalbum von 1995 ist zur Hälfte eine Hit-Zusammenstellung. Je nach Zählweise gilt es als ein Studioalbum, als halbes oder als Kompilation mit Bonusmaterial.
- Soundtracks und Remixalben: „Blood on the Dance Floor“ (1997), „This Is It“ (2009) und der Filmsoundtrack von 2026 enthalten neues und altes Material gemischt und werden deshalb unterschiedlich einsortiert.
- Posthume Alben: „Michael“ und „Xscape“ sind Studioproduktionen, aber ohne Beteiligung des Künstlers an der Endfassung. Manche Diskografien zählen sie mit, andere führen sie getrennt.
Hinzu kommen Dutzende Kompilationen wie „Number Ones“ (2003) und Jubiläumsausgaben mit Bonusmaterial. Sie erweitern den Katalog, sind aber keine neuen Alben. Weitere geprüfte Übersichten zu Leben und Werk sammelt die Seite Michael Jackson: Wissen und Fakten.
Häufige Fragen
Wie viele Solo-Studioalben hat Michael Jackson veröffentlicht?
Zehn, verteilt auf 29 Jahre: vier bei Motown (1972, 1972, 1973, 1975) und sechs bei Epic Records (1979, 1982, 1987, 1991, 1995, 2001). Posthum kamen zwei weitere Alben mit unveröffentlichtem Material hinzu, „Michael“ (2010) und „Xscape“ (2014).
In welcher Reihenfolge erschienen die Epic-Alben?
„Off the Wall“ (1979), „Thriller“ (1982), „Bad“ (1987), „Dangerous“ (1991), „HIStory: Past, Present and Future, Book I“ (1995) und „Invincible“ (2001). Dazwischen erschien 1997 das Remixalbum „Blood on the Dance Floor: HIStory in the Mix“, das üblicherweise nicht als Studioalbum gezählt wird.
Warum gibt es zwischen 1975 und 1979 kein Soloalbum?
In dieser Zeit lief der Wechsel von Motown zu CBS/Epic. Jackson arbeitete mit The Jacksons und am Film „The Wiz“ (1978), bei dem er Quincy Jones kennenlernte. Daraus entstand 1979 „Off the Wall“.
Zählt „HIStory“ als ein Album oder als zwei?
Beides ist vertretbar. „HIStory“ erschien 1995 als Doppelalbum: Disc eins („HIStory Begins“) versammelt frühere Hits, Disc zwei („HIStory Continues“) enthält neues Studiomaterial aus den Jahren 1994 und 1995. In dieser Übersicht wird es als ein Studioalbum geführt.
Welche Alben verkauften sich am besten?
„Thriller“ gilt laut Guinness World Records als meistverkauftes Album der Musikgeschichte; die RIAA zertifizierte es 2021 mit 34-fach Platin für die USA. Weltweite Gesamtzahlen sind Schätzungen und schwanken je nach Quelle erheblich. Die belegbaren Werte stehen im Beitrag zu Verkaufszahlen und Rekorden, die Chartdaten der Singles im Beitrag zu den erfolgreichsten Songs.
Zum Weiterlesen: „King of Pop“ von Christian Marks ist die weltweit einzige Michael-Jackson-Biografie, die Michael Jackson selbst autorisiert hat. Sie umfasst 388 Seiten und rund 400 Fotografien, die er persönlich aus seinem Privatarchiv ausgewählt hat. Erschienen im Verlag X-Medien Ltd., Berlin. → Zum Buch